Lebensversicherung

 

Lebensversicherungen gehören zu den beliebtesten Versicherungen in Deutschland. Sie kommen in den unterschiedlichsten Varianten vor, als reine Risikoversicherung, als Kapitallebensversicherung, mit Festbeträgen oder degressiv.

 

 

Risikolebensversicherung

 

Die Absicherung des Lebensrisikos des Versicherten ist die Grundfunktion der Lebensversicherung. Die Risikolebensversicherung dient daher in der Praxis entweder der Absicherung der Versorgung der Hinterbliebenen des Versicherten oder aber der Sicherung von Forderungen von Gläubigern, also in der Regel zur Absicherung von Bankkrediten.

 

Für die Versorgung der Hinterbliebenen muss die Versicherungssumme ausreichend bemessen sein – tatsächlich sind vermutlich viele Risikoversicherungen für diesen Zweck aber nicht ausreichend. Denn die Versicherungssumme muss als Einmalbetrag oder in Kombination mit einem Rentenmodell ausreichen, um die hinterbliebene Familie netto mit ausreichendem Unterhalt zu versorgen und gleichzeitig weitere Beitragszahlungen in deren Rentenversicherung zu ermöglichen. Dabei ist zu bedenken, dass der überlebende Ehepartner nicht nur Beiträge für seine eigene Rentenversicherung leisten muss, sondern wegen des Einfrierens der Rente des vorzeitig Verstorbenen auch die verringerte Witwenrente durch eine Zusatzversicherung ausgleichen muss.

 

Die erforderliche Höhe der Versicherungssumme lässt sich einschätzen, wenn man etwa 75% des Nettoeinkommens (nach Steuern, aber vor Versicherungen) annimmt und den jährlichen Betrag mit der Anzahl von ausgefallenen Arbeitsjahren des Verstorbenen multipliziert. Erzielt der Versicherte im Alter von 40 Jahren ein Bruttoeinkommen von 80.000 EUR im Jahr, fallen also 60.000 EUR jährlich aus – 600.000 in einem Jahrzehnt. Dies bedeutet bis zum 67. Lebensjahr einen Verlust von 1,67 Mio EUR. Die Beträge sind noch wegen Kapitalisierungs- und Zinseffekten anzupassen.

 

In der Lebensversicherung sind drei Parteien beteiligt: der Versicherungsnehmer ist der Vertragspartner des Versicherers und Inhaber der Versicherungspolice. Die versicherte Person muss mit diesem nicht identisch sein – auch eine andere Person kann der Versicherte sein (genauer gesagt: das versicherte Risiko ist der Tod des Versicherten). Abgesichert werden soll hingegen derjenige, für dessen Unterhalt zu sorgen ist, der Begünstigte. In der üblichen Konstellation schließt der Hauptverdiener in der Familie als Versicherungsnehmer die Lebensversicherung auf ihn selbst als Versicherten ab und benennt die Begünstigten. Diese haben bei Verwirklichung des Risikos, also bei Tod des Versicherten, Anspruch auf die Versicherungssumme. Benennt der Versicherungsnehmer keinen Begünstigten, fällt die Versicherungssumme an ihn, also in den Nachlass, und unterliegt jedenfalls der Erbschaftsteuer. Dies lässt sich vermeiden, indem der Begünstigte selbst als Versicherungsnehmer die Lebensversicherung auf den Tod des Versicherten abschließt. Er erhält im Fall des Todes dann die Versicherungsleistung unmittelbar. Weitere Gestaltungsmöglichkeiten sollten individuell überprüft werden.

 

 

Kapitallebensversicherung

 

Die Kapitallebensversicherung kombiniert eine Risikoversicherung mit einem Sparplan: der Versicherungsnehmer zahlt eine monatliche Prämie die sich kalkulatorisch aus einer Risikoprämie und einer Sparrate zusammensetzt. Der Zielsparbetrag am Ende der Laufzeit ist in der Regel identisch mit der Versicherungssumme im Fall des Todes des Versicherten vor Ablauf der Vertragslaufzeit.

 

Kapitallebensversicherungen werden in unterschiedlichen Varianten angeboten, zum Beispiel als fondsgebundene Lebensversicherung. Diese ist dann als Vermögensanlage so gut oder schlecht wie der betreffende ausgewählte Fonds. Da Fonds häufig keine überdurchschnittlichen Renditen erzielen, ist diese Anlageform sorgfältig zu prüfen.

 

Die Beliebtheit der Kapitallebensversicherung hat historische Gründe: die Schenkung oder Vererbung des Kapitalstocks (Sparbetrag plus Zinsen minus Kosten) konnte steuerbegünstigt erfolgen. Inzwischen ist dies nicht mehr der Fall; daher sollte ein Versicherungsnehmer eine Kapitallebensversicherung jedenfalls mit Alternativen vergleichen, etwa einer getrennten Risikolebensversicherung und anderen Spar- und Anlageformen.

 

Round Table

Wir sprechen über diese Themen in unseren Round Table Treffen zu recht.privat. Der Round Table ist eine Aktion von Herfurth & Partner und dient der Aufklärung und Absicherung von Wünschen und Entscheidungen in der Familie im Zusammenhang mit Vermögen, Vorsorge und Nachfolge.

Die nächsten Termine finden Sie in der Rubrik Round Table (rechts).

Publikationen

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Ihre Ratgeberin

Angelika Herfurth,
Rechtsanwältin und Fachanwältin für Familienrecht

 

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