Die Vorsorgeplanung

Als ersten Schritt sollte jeder eine Bestandsaufnahme machen. Welche Regelungen bestehen bereits? Testamente, Erbverträge, Schenkungen? Welche Vermögensgegenstände sollen bei einem unvorhergesehenen Tod welchen Personen zufallen? Dazu benötigt man eine vollständige Vermögensaufstellung, am besten in Form der Privatbilanz. Und die wichtigste Frage bei Unternehmern und Selbständigen ist: wer wird der Nachfolger?

Vermögensplan und Notfallplan

In einem Notfallplan sollte man dann beschreiben, wer im Falle seines Ausfalls zu informieren ist und welche Maßnahmen zu ergreifen sind. Der private Notfallplan betrifft den Erkrankten oder Verstorbenen und seine Angehörigen, der betriebliche Notfallplan ist eine Maßnahme des Risk-Management und soll die bestmögliche Fortsetzung des Geschäftsbetriebs sicherstellen. Dieser ist mit den leitenden Angestellten des Unternehmens auszuarbeiten und von diesen auch im Ernstfall umzusetzen.

Unterlagen und Verzeichnisse

Für seine Angehörigen muss man dann alle notwendigen Informationen bereit stellen, insbesondere die Bankkonten und Versicherungspolicen. Und Passwörter und Zugangscodes. Nicht selten wird Geldvermögen im Ausland herrenlos, weil nur der Verstorbene die Existenz und Zugänge kannte.

Risikoversicherung

Eine geordnete Übersicht aller bestehender Versicherungen ist für die Hinterbliebenen äußerst hilfreich, dies betrifft insbesondere die Lebensversicherungen. Die Auflistung sollte auch den Standort der Verträge angeben; am besten werden die Policen in Kopie im LifeBook mit aufgeführt.
Die Liste sollte alle vorhandenen Versicherungen mit ihren wesentlichen Angaben aufführen. Die Liste ist regelmäßig zu aktualisieren. Der mit Datum versehene aktuelle Stand ist zu dokumentieren.

Testament und Erbverträge

Die Basis für die Nachfolgeregelung bilden regelmäßig das Testament oder ein Erbvertrag. Sollte der Erblasser noch kein Testament errichtet haben, muss er dieses unverzüglich tun, wenn die gesetzliche Erbfolge in seinem Fall zu ungewollten oder ungünstigen Ergebnissen führen würde. So sollte jedenfalls eine Vererbung von Betriebsvermögen an Minderjährige ohne Testamentsvollstreckung vermieden werden. Auch die Vererbung von Anteilen an Familienunternehmen auf die Ehefrau eines Gesellschafters soll oft ausgeschlossen sein. Da die Entwicklung und Gestaltung eines weit reichenden Testaments seine Zeit braucht, muss man unter Umständen ein vorläufiges Sofort-Testament errichten, das die wichtigsten Nachfolgeregelungen enthält und zumindest den Nachlass auf die gewünschten Personen kanalisiert. Testamente können nach deutschem Recht notariell oder privatschriftlich errichtet werden, beide Formen sind gleichwertig. In nicht nur einem Fall hat eine kurze, aber formgerechte Verfügung auf einem Karoblock noch rechtzeitig geholfen, den Nachlass in den wichtigsten Punkten richtig zu ordnen.

Vollmachten für Geschäft und Privatvermögen

Fällt ein Unternehmer als Geschäftsführer aus, müssen andere für ihn handeln können. Falls keine Prokuren oder Handlungsvollmachten erteilt wurden, sollten jedenfalls Geschäftsvollmachten oder Generalvollmachten bereitliegen. Dies betrifft auch die Ebene des Gesellschafters: solange der Erbe nämlich keinen Erbschein oder ein öffentliches Testament vorweisen kann, ist er nicht formal berechtigt und kann also auch keine Gesellschafterbeschlüsse zum Handelsregister einreichen – etwa den Beschluss in dem er sich zum neuen Geschäftsführer bestellt hat.

Für seine ganz persönliche Lage durch schwere Krankheit oder Geschäftsunfähigkeit stellt jeder möglichst Entscheidungshilfen bereitstellen, etwa eine Patientenverfügung und eine Betreuungsvollmacht. Und für den Fall, dass beide Eltern minderjähriger Kinder zu Tode kommen, empfiehlt sich die Benennung von Personen, die das Sorgerecht ausüben sollen – oder aber gerade nicht. Das Familiengericht wird sich daran orientieren. Diese persönlichen Verfügungen gehören im Grundsatz nicht in ein Testament, weil sie sonst erst mit der Testamentseröffnung bekannt werden und damit manchmal zu spät. Gesonderte Erklärungen sind daher praktikabler, in bestimmten Fällen empfiehlt sich auch hier eine notarielle Beurkundung. Das gleiche gilt auch für Verfügungen und Wünsche zur eigenen Bestattung. Besondere Wünsche, etwa zur Bestattungsart, sollten sich in einer gesonderten Bestattungsverfügung finden.

Briefe an Angehörige und Unternehmen

Nicht selten formuliert der Erblasser Hinweise, Anweisungen, Wünsche und Grüsse an seine Hinterbliebenen, aber auch die Unternehmensleitung. Auch diese Erklärungen sollten besser in eigene Briefe eingehen und nicht in das Testament aufgenommen werden. In jedem Fall muss der Verfasser vermeiden, dass aus derartigen Mitteilungen testamentarische Anordnungen und Auflagen herausgelesen werden können, die das eigentliche Testament unterlaufen.

Das Projekt Notfallkoffer

Die Zusammenstellung eines Notfallkoffers benötigt weniger Zeit als vielfach angenommen – aber eine konsequente Erledigung. Das Ergebnis hilft jedenfalls der Familie und den Angehörigen und erspart ihnen zumindest an dieser Stelle manche Sorge.

LifeBook

Dieses LifeBook ist Ihr Handbuch zur Erarbeitung und Zusammenstellung Ihrer Unterlagen. Es ist Arbeitsinstrument für Sie und Dokumentation für Ihre Angehörigen. Es kann aber und will eine individuelle fachliche Beratung nicht ersetzen.

Vorsorgeplanung

Für den Fall des plötzlichen Ausfalls des Unternehmers oder der Unternehmerin müssen die Angehörigen und das Unternehmen über einen Notfallplan verfügen. Dieser Notfallplan ist individuell vom Unternehmer gemeinsam mit seinen Angehörigen und den leitenden Mitarbeitern zu entwickeln und stets zu aktualisieren. Er sollte enthalten: 

Maßnahmen im Unternehmen

  • Geschäftsführung
  • Management
  • Beirat
  • Mitarbeiter
  • Berater
  • Banken
  • Lieferanten
  • Kunden


Persönliche Maßnahmen

  • Angehörige
  • Bestattung
  • Privatvermögen
  • Steuerberater
  • Versicherungen
  • Dokumente
Round Table

Wir sprechen über diese Themen in unseren Round Table Treffen zu recht.privat. Der Round Table ist eine Aktion von Herfurth & Partner und dient der Aufklärung und Absicherung von Wünschen und Entscheidungen in der Familie im Zusammenhang mit Vermögen, Vorsorge und Nachfolge.

Die nächsten Termine finden Sie in der Rubrik Round Table (rechts).

Publikationen

Weiterführende Informationen zu vielen Themen finden Sie in der Rubrik Publikationen (rechts).

Ihre Ratgeberin

Angelika Herfurth,
Rechtsanwältin und Fachanwältin für Familienrecht

 

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Lifebook - Handbuch für die Notfallplanung


Unternehmensnachfolge -
3. Auflage 2011